OPDR Tenerife - Frachtschiffreisen

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OPDR Tenerife

Reiseberichte > Eigene Reisen

Sechs Jahre nach der Fahrt mit der OPDR Las Palmas nun erneut eine ähnliche Fahrt mit dem Schwesterschiff OPDR Tenerife. Wieder bestand die ganze Besatzung aus Spaniern. Nur war dieses Mal noch eine Passagierin mit an Bord, die die Fahrt schon des öfteren gemacht hat.

Das Schiff ist 121 m lang und 21 m breit. Es bietet Platz für maximal 700 TEUs. Geschwindigkeit 16 kn. Klimaanlage ist vorhanden. Brücke ist auf dem E-Deck, auf dem Poop-Deck die Messen.

Zwei großzügige Kammern sind auf dem C-Deck, beide mit Bullaugen nach Vorne (kann verstellt sein) und zur Seite. Die Kammer steuerbords hat ein Doppelbett, die andere zwei Einzelbetten. Dazwischen ist noch ein Aufenthaltsraum für die Passagiere. Ich hatte wie damals die Kammer steuerbords.

Die Reiseroute ist unten aufgelistet. Für mich Premiere Anlaufen von Madeira. Insgesamt legte das Schiff in 21 Tagen über 5.131 sm zurück, eher mehr, denn die unten angegebenen Entfernungen beziehen sich immer auf die Lotsenaufnahme, meist ein gutes Stück vor dem Liegeplatz.




Von

Nach

sm

Tage

Stunden

Hamburg

Rotterdam

232

21

Rotterdam

Felixstowe

93

13

Felixstowe

Leixoes

913

2

17

Leixoes

Canical

693

1

19

Canical

Santa Cruz d.T.

246

18

Santa Cruz d.T.

Las Palmas

54

5

Las Palmas

Cartagena

946

2

18

Cartagena

Motril

155

11

Motril

Cadiz

172

12

Cadiz

Felixstowe

1.294

3

23

Felixstowe

Rotterdam

99

11

Rotterdam

Hamburg

230

22

Eine sehr interessante Strecke mit Hafen in England, Holland, durch den englischen Kanal an Dovers Kreidefelsen vorbei, Biscaya, dann an der Westküste Spaniens runter bis Leixoes in Portugal. Von dort nach Madeira, für mich neu. Dann zu den Kanarischen Inseln mit 2 Häfen. Zurück durch die Straße von Gibraltar zum spanischen Festland mit 2 Häfen. Der Rückweg dann über das schöne Cadiz zurück in den Norden.

Das Wetter war fast durchgehend gut, Reisezeit September/Oktober 2010.

Gebucht habe ich die Reise beim Vermittler Int. Frachtschiffreisen Pfeiffer.

Der Reisebericht mit vielen Bildern (Diashow beim Klicken auf das Bild). Nur wenige Videos (Bild ist grau umrandet).

Start in Hamburg.

Anfahrt von Cuxhaven problemlos. Konnte im Travehafen sogar mit Auto zum Schiff, um Gepäck auszuladen. Parkplatz dann in der Tiefgarage. Ich kam gerade zum Lunch aufs Schiff. Kammer ist genau wie damals auf der Las Palmas, prima.

Um 17 Uhr ging es los. Ausfahrt aus dem Hafen immer beeindruckend, genauso wie die Fahrt elbabwärts. Lange mit dem Elblotsen unterhalten, der wunderte sich über meinen Hang zu Frachtschiffreisen, das sei doch langweilig. Na, hat der ne Ahnung!

Leider war es schon dunkel, als wir an Cuxhaven vorbei fuhren, habe daher auch niemandem zwecks Winken Bescheid gegeben. Lichter und Leuchtturm von Helgoland konnte ich sehen.

Erst um Mitternacht auf die Kammer.

Rotterdam und Felixstowe

14 Uhr waren wir am Liegeplatz im Stadthafen Rotterdam. Gangway wurde nicht abgelassen. Also das Treiben im Hafen beobachtet bei zunehmend gutem Wetter. Treibstoff wurde gebunkert, auch der für Crew und Passagiere. Verdammt, können die hier gut kochen, da muss ich aufpassen.

Nach Mitternacht erst weiter. Kurz nach dem Frühstück schon vor Felixstowe und schnell zum Bug, weil wir vor Anker gehen werden. Drei Stunden mussten wir warten, dann aber Lotse, Anker hoch und rein in den Hafen. Viel neu gebaut hier, Hafen wird deutlich größer.

Leider regnete es jetzt in Strömen. Liegezeit war aber ohnehin kurz, denn kurz nach 19 Uhr abgelegt. Nun also 2 1/2 Seetage vor uns, hoffentlich mit besserem Wetter. Durchfahrt Ärmelkanal leider nachts, da habe ich Pch wie letztes Mal. Heftiges Wetterleuchten bis in die Nacht hinein.

Seetage - Hinreise

Morgens schon südlich Isle of Wright. Wetter noch immer mäßig, wurde gegen Abend sogar noch schlechter, dann auch Krängung mit 15 Grad nach jeder Seite. Das hält den Ersten aber nicht von seinem abendlichen Training auf der Brücke ab: anderthalb Stunden mit hohem Tempo Gehen von Nock zu Nock.

Am nächsten Tag erstmals Wal gesehen, später auch Delfinschwarm, da hatte ich die Kamera aber nicht dabei.
In der Biscaya wurde das Wetter immer besser, kein Seegang mehr. Toilettenspülung ging nicht, der Zwote gab den (funktionierenden) Tipp, kräftig an die Wand schlagen. Auch ne Methode.
Sonntag war dann Küste zu sehen, bestes Wetter. Und gegen 11 Uhr kam der Lotse für Leixoes an Bord.

Die Galerie enthält auch die Bilder von der fast 2-tägigen Fahrt nach Canical/Madeira.

Leixoes/Portugal

Fast genau 12 Uhr in Leixoes angelegt. Aber von wegen Lunch, um 13 Uhr gab es Grillparty. Vorbereitungen schon gleich nach Festmachen. Da haben sich die Jungs aber echt Mühe gemacht, besonders der Kapitän, der mindestens 20 min an einer Bowle gewerkelt hat. Aber das Ganze war dann auch sehr lecker, alle richtig vergnügt, das hat viel Spaß gemacht. Leider habe ich viel zuviel gegessen, in meinem Alter sollte man eigentlich wissen, wann die Grenze erreicht ist.


Zur Verdauung habe ich dann gegen Abend einen schönen Landgang nach Leixoes gemacht, hier kann man ohnehin im Hafen frei herum laufen. Erst ging es durch eine Straße, wo ein Lokal am anderen war. Dann kam ich in einen schönen Park, wo gerade Flohmarkt war. Später schließlich noch Richtung Wasser eine riesige, relativ neu angelegte Promenade. Nur zum Hinsetzen war es da nichts, dafür ging zu viel Wind. Aber der Gang hat Spaß gemacht und tat nach der mittäglichen "Orgie" richtig gut.

Auf dem Schiff war es völlig ruhig, auch keine Ladearbeiten, eben Sonntag.

Canical auf Madeira


Morgens in Canical angelegt, das ist an der Ostspitze von Madeira, die Hauptstadt Funchal konnte man noch sehen. Der kleine Hafen wirkte nicht einladend, das Wetter auch nicht. Daher nur im Hafen umher gelaufen. Ladearbeiten mit mobilem Kran, etwas umständlich. Wir waren das einzige Schiff hier.

Ganz toll war aber die Umgebung mit kleinen Inseln. Das gefiel mir sehr gut. Landgang wäre ohnehin kaum drin, denn schon mittags ging es weiter Richtung Kanaren.


Die gesamte Reise ist wie immer in einem kommentierten Film zusammen gefasst. Der erste Teil beginnt mit der Abfahrt in HH, dann nach rotterdam und Felixstowe. Schöießlich die Seetage bis Leixoes in Portugal. Und rüber nach Canical auf Madeira.

Santa Cruz d. T. - Las Palmas

Zum Frühstück schon in Santa Cruz, nicht mal in Ruhe frühstücken kann man hier... Dann hörte ich vom Agenten, dass das Schiff schon um 12 Uhr fahren wird. Also schnell los, den Weg kannte ich noch. Sind halt 45 min in die Stadt, aber lohnenswert.

Ich habe es bis zum Espania-Platz geschafft, ein wenig die schöne Fußgängerzone hoch und schon musste ich auf den Rückweg. Schade. Schiff fuhr dann erst um 13 Uhr.

5 Stunden später in Las Palmas, aber dort kein Landgang mehr. Gemütlich an Deck gesessen, habe Bücher mit, die mich fesseln (Stieg Larsson). Da konnte ich auch am nächsten Tag nicht von lassen, Wetter ohnehin nieselig. Aidaaura lief aus und dann noch ein potthässlicher Kreuzfahrer. Die Gorch Fock lag auch im Hafen. Ich wusste noch von 2004, dass mich Las Palmas nicht sonderlich begeisterte, daher war der Tag mit dem Buch und dem Geschehen im Hafen ausgefüllt.
Um 18 Uhr dann los, nun 900 sm - leider nördlich - vor uns.

Zeit, das Schiff vorzustellen

Viele Aufnahmen, um das Schiff mal zu erkunden. Ich habe mich sehr wohl an Bord gefühlt, die Spanier waren vergnüglich, manchmal gab es sprachlich ein paar Probleme, da half man sich aber in der Regel irgendwie. Es gab sogar einen Steward. Essen war wirklich gut, was nicht gut ist, wenn man Seetage und nicht viel Bewegung hat.

Die großzügige Kammer ganz super, obwohl ich da sicher überwiegend nur zum Schlafen war, es gab schließlich immer was zu tun oder zu sehen. Äußerlich hätte das Schiff mal einen Anstrich gebraucht, ansonsten aber alles gut gepflegt.

Cartagena - spanisches Festland

Mit andauerndem Seegang nordwärts zur Straße von Gibraltar. Auf der afrikanischen Seite konnte man den neuen Hafen für Tanger sehen. Gibraltar auch zu erkennen, es war aber diesig. Lange mit einem von der Crew gesprochen, der war früher viele Jahre auf einer Ölplattform tätig.

Vor Cartagena waren wir schon früh morgens, Einlaufen aber wegen zu viel Seegang nicht möglich. Erst mittags am Liegeplatz. Gleich los, weil es in die Stadt nicht mal 15 min zu Fuß sind. Vieles mir noch vom ersten Besuch hier in Erinnerung. Gleich in die weitläufige Fußgängerzone, da Mittagszeit, leider viele Geschäfte geschlossen. Viel Gegensätzliches, alte - neue Gebäude, arm - reich.

Bin dann zu Fuß auf den Hügel hoch, von dem man einen tollen Ausblick hat. Oben laufen Fasane frei herum, faszinierend. Dann gemütlich in einem Cafe einen Espresso geschlürft und rechtzeitig zum Dinner an Bord (hungrig nach dem langen Fußmarsch).


Im zweiten Teil des Videos geht es zu den Kanarischen Inseln mit den Häfen Santa Cruz de Tenerife (Landgang) und Las Palmas auf Gran Canaria. Dann die Fahrt nach Cartagena durch die Straße von Gibraltar. Auch in Cartagena bin ich an Land gegangen.

Motril - spanisches Festland

In Motril auch morgens angelegt, das wird fast die Regel. Der Hafen sehr klein, was man von der Stadt sah, nicht einladend, daher kein Landgang. Habe mir das Treiben im Hafen angesehen. Etwas umständlich mit dem, für die verschiedenen Containergrößen musste jedes Mal das Ladegeschirr gewechselt werden. Manchmal ließ sich auch einer von den Leuten auf so einem Geschirr an Bord heben. Habe ich natürlich fotografiert, das gab aber große Aufregung. Schließlich musste ich die Bilder alle löschen. Ist mir auch noch nicht passiert.

Cadiz - spanisches Festland

Gleich nach dem Frühstück los. Nebenan lag die Aidacara und die Louis Majesty (den häßlichen Pott hatte ich schon in Cartagena gesehen. Das Treiben ist schon lustig, aber nichts für mich. Bei der Aidacara stellten sie gerade Bikergruppen zusammen, die habe ich später in der Stadt noch zwei mal gesehen und dachte mir, wie schön, dass ich machen kann, was ICH will.

Das dritte Mal bin ich nun in Cadiz und die Stadt gefällt mir nach wie vor richtig gut. Ich bin lange in der Altstadt gelaufen, es gibt auch viele kleine Parks und am Wasser ist man auch immer wieder, da die Altstadt auf einer Landzunge liegt.

Eingekehrt in einem kleinen Lokal, wo ich mir eine ganze Weile das Treiben angesehen habe. Natürlich viele Touristen, das störte aber nicht. Auf dem Platz vor der Kathedrale saßen viele junge Leute auf den Stufen und hatten ihre Laptops auf den Knieen.

Auf dem Schiff rechtzeitig zurück, wir fuhren dann aber doch erst zwei Stunden später, Pech gehabt.

Rückfahrt über Felixstowe und Rotterdam nach Hamburg

Nun geht es also zurück. Gleich hinter Cadiz habe ich es endlich mal geschafft, Delfine zu fotografieren. Das muss ich unbedingt öfter versuchen. Man kann den Viechern ewig zusehen. Ab dem nächsten Tag dann durchwachsenes Wetter.

Meine Güte, sind das spannende Bücher von Larsson, da kann man ja nicht aufhören. Passte aber wegen des Wetters auch gut.

In Felixstowe wieder zunächst an den Anker. Emma Maersk fuhr vorbei, das seinerzeit größte Containerschiff.
In Rotterdam gleicher Liegeplatz. Vor dem Europoort konnte man gut die Riesenbaustelle des neuen Hafens erkennen, der dort aufgespült wird.

Vorbeifahrt Cuxhaven gerade noch bei Sicht, auf der Elbe dann dicker Nebel.


Der letzte Teil des Videos beginnt in Motril. Dann das wunderschöne Cadiz. Und (leider) geht es wieder auf die Rückfahrt über Felixstowe, Rotterdam nach Hamburg. Nach drei sehr schönen Wochen hieß es dort also wieder Abschied nehmen.

Aktualisierung Juli 2015: Das Schiff hat nun nicht mehr den markanten gelben Anstrich sondern ist grau. OPDR wurde von CMA/CGM übernommen, noch wird das Schiff aber auf dieser Route eingesetzt.

Die wichtigsten Daten des Schiffes:

Name

OPDR Tenerife

Länge

125 m

Flagge

Spanisch

Breite

21 m

IMO

9.216.846

max. Geschwindigkeit

17 kn

Baujahr

2002

max. Tiefgang

7,3 m

Reederei

OPDR

max. Kapazität

694 TEU

Werft

Fujian Mawai China

Leistung Maschine

6.300 kW

 
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