OPDR Las Palmas - Frachtschiffreisen

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OPDR Las Palmas

Reiseberichte > Eigene Reisen

OPDR steht für Oldemburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rhederei, schon dieser Name hat mich gelockt. So machte ich meine erste Fahrt mit der OPDR Las Palmas. Für drei Wochen ab Hamburg ging es über Felixstowe, Rotterdam nach Spanien und zu den Kanarischen Inseln. Das Schiff fuhr 2004 unter spanischer Flagge, die gesamte Besatzung bestand aus Spaniern, aber mit Englisch war eine Verständigung gut möglich. Ich war der einzige Passagier.

Das Schiff ist 125 m lang und 21 m breit und wurde 2003 gebaut. Es bietet Platz für maximal 700 TEUs. Geschwindigkeit 17 kn. Klimaanlage ist vorhanden. Brücke ist auf dem E-Deck, auf dem Poop-Deck die Messen.

Zwei großzügige Kammern sind auf dem C-Deck, beide mit Bullaugen nach Vorne (kann verstellt sein) und zur Seite. Die Kammer steuerbords hat ein Doppelbett, die andere zwei Einzelbetten. Dazwischen ist noch ein Aufenthaltsraum für die Passagiere. Kleine Anmerkung: Wenn man auf dem Lokus sitzt, kann man aus dem seitlichen Bullauge auf die See sehen - wo gibts denn so was noch?

Die Reiseroute ist unten aufgelistet. Großes Glück hatte ich, da zusätzlich Ceuta und Melilla angelaufen wurde, beides spanische Enklaven an der nordafrikanischen Küste. Insgesamt legte das Schiff in 23 Tagen über 5.100 sm zurück, eher mehr, denn die unten angegebenen Entfernungen beziehen sich immer auf die Lotsenaufnahme, meist ein gutes Stück vor dem Anlegepunkt.




Von

Nach

sm

Tage

Stunden

Hamburg

Rotterdam

232

14

Rotterdam

Felixstowe

93

7

Felixstowe

Las Palmas

1.696

4

4

Las Palmas

Santa Cruz d. T.

52

4

Santa Cruz

Arrecife

148

9

Arrecife

Cadiz

588

1

11

Cadiz

Ceuta

88

6

Ceuta

Melilla

131

9

Melilla

Cartagena

165

11

Cartagena

Cadiz

326

21

Cadiz

Felixstowe

1.282

3

4

Felixstowe

Rotterdam

93

7

Rotterdam

Hamburg

232

14

Eine sehr interessante Strecke mit Hafen in England, Holland, durch den englischen Kanal an Dovers Kreidefelsen vorbei, Biscaya, dann an der Westküste Spaniens runter bis zu den Kanarischen Inseln mit 3 Häfen. Zurück zum spanischen Festland mit Cadiz, durch die Strasse von Gibraltar zu zwei Häfen in Nordafrika. Nach Cartagena auf dem spanischen Festland dann zurück nach Nordeuropa.

Das Wetter war fast durchgehend gut, Reisezeit September 2004.

Für mich ein zusätzlicher schöner Tag: Maschinenschaden mitten in der Biscaya, fast 24h ging es nicht mehr vorwärts. Bei ganz ruhiger See aber gefahrlos.

Gebucht habe ich die Reise beim Vermittler Kapitän Zylmann.

Nun der Reisebericht mit vielen Bildern. Videos habe ich damals noch nicht gemacht. Bei jedem Reiseabschnitt erreichen Sie die Diashow durch Klicken auf das zugehörige Foto.

Erster Abschnitt: Hamburg bis Rotterdam.

Morgens um 9 Uhr in Hamburg abgelegt, Hafenlotse an Bord. Ca. 5h elbabwärts (jetzt mit Elblotse), vorbei am Airbuswerk, Schulau mit der Schiffsbegrüßungsanlage (hört man an Bord kaum), backbord viel Industrie. Passieren Brunsbüttel und Cuxhaven in die Deutsche Bucht. Dann parallel zur Küste Richtung Rotterdam. Nacht unruhig, da ich mich erst an die Geräusche und das leichte krängen gewöhnen muss. Am nächsten Tag lange auf der Brücke und alles genau angesehen, sehr spannend hier oben. Komisches Gefühl, als ich über 10min allein war, da der Kapitän in seiner Kammer wohl was erledigt hat. Sonne genossen, wohl etwas viel, muss mich vorsehen.
Tags darauf schon vor Rotterdam. Man konnte Bohrinseln sehen, sehr viele Schiffe auf Reede. Vorbei am Europort in die lange Einfahrt zum Stadthafen. Mittags angelegt, hier wird am Kai die ganze Länge des Schiffes abgesperrt, bin auch nicht von Bord. Löschen und Laden aufregend für mich, das erste Mal so aus der Nähe. Reparaturen am Schornstein. Nachts abgelegt, habe ich nicht mitbekommen. Mittags schon Felixstowe, eingangs eine alte Festung, die Häuschen dahinter typisch englisch. Reichlich Fährverkehr, schräg gegenüber liegt Harwich.
Alle Spanier werden wohl mit Zahnstocher geboren.....
Nun liegen vier Tage auf See vor mir, bin gespannt, wie ich damit umgehen kann.

Seetage bis Las Palmas

Leider nachts im englischen Kanal. Sehr frisch draußen. Zum Lunch Tintenfisch in schwarzer Tunke, schmeckte aber nicht so, wie es aussah. In der Biscaya die See deutlich blauer. Tief ist es hier, mehr als 4000m ! Auf Höhe La Coruna heißt die Küste "Todesküste", auch nett.
Sonntag: es gab ein richtiges Festmahl, Tisch in der Messe toll gedeckt. Und ausgerechnet heute erste Alarmübung, standen aber alle schon frühzeitig bereit. Mir wurde speziell das Fallrettungsboot gezeigt, da war ich auch drin, 45 Grad Neigung.
Kurs fast genau 180 Grad, so kann es weiter gehen. Delphine gesehen, leider hat es mit Bildern nicht geklappt. Was für Abendhimmel, da kommt man ins Träumen. Erstes Buch durch.

Oops, das gibt einen zusätzlichen Seetag. Seit heute Morgen Maschinenschaden, nichts tut sich mehr. Kapitän läuft genervt umher. Alles ungefährlich, weit und breit kein Land und kein Schiff, bei bestem Wetter. Ein schöner Urlaubstag, außer für den Chief und seine Leute. In der Nacht lief das Ding dann wieder.

Las Palmas - Gran Canaria

Nachts angelegt. Nach dem Frühstück gleich los, man kann im Hafen laufen und kommt ohne Probleme raus. Nach 1/2h in einer belebten Gegend, das war der Stadtteil "Hafen". Habe ein Taxi zur Kathedrale de Santa Ana genommen, ist nicht sehr schön, man kann aber mit dem Fahrstuhl nach oben fahren und hat einen tollen Ausblick. Die Stadt wirkt vollgestopft, viele Hügel, alles dicht bebaut. Dann durchgefragt zum Zentrum, hier eine schöne Fußgängerzone mit einladenden Kaffees, da habe ich mir das Treiben angeschaut. Viele Neubauten, dazwischen hübsche Altbauten, aber alles zu dicht. Hat mir nicht sehr gefallen.
Bin dann mit Taxi zurück (Taxis übrigens extrem billig auf den Kanaren). Leider nicht die richtige Adresse des Liegeplatzes dabei, musste noch ziemlich weit laufen.
Das Treiben im Hafen angesehen. Abgelegt dann abends gegen 21 Uhr. Nur kurze Strecke bis Santa Cruz d.T. vor uns. Schon zwei Stunden später sah man erste Lichter unseres nächsten Hafens. Sieht sehr schön aus, wenn man sich nachts einem Hafen nähert.

Santa Cruz de Tenerife

Auch hier nachts angelegt. Im Hafen Bewegungsfreiheit. Bin zu Fuß los, man braucht etwa 1h bis zur City. Aber schon nach einer guten 1/2h kommt man auf eine sehr schön angelegte Strandpromenade, viel Bäume, schattig, gut für ein Päuschen. Weiter zum Plaza del espania, wohl das Zentrum, hier geht eine große Fußgängerzone hoch (Calle Castilla), wo ich kleine Einkäufe gemacht und gemütlich gegessen habe. Von dem Trubel der Fußgängerzone mehr Seitenstraßen angesteuert. Man kam immer wieder an schöne Plätze (zB. Parque de San Telmo), wo es sich schön rasten ließ.

Dann reizte mich dieses futuristische Gebäude am Wasser, ist etwa 15 min Fußweg vom Zentrum. Das hat der gleiche Architekt gebaut, der schon das Athener Olympiastadion schuf: Santiago Calatrava. Das ist ein Kongresszentrum, sieht wirklich sehr eigen aus, aber beeindruckend. Zu Fuß dann zurück zum Zentrum, dann aber ein Taxi genommen, das brachte mich direkt zum Hafeneingang. Die Stadt gefiel mir sehr gut, kein solcher Moloch wie Las Palmas, viele schöne Ecken, großer Anteil alter Bauten. Und die tolle Strandpromenade.

Arrecife - Lanzarote

Morgens beim Frühstück angelegt in Arrecife auf Lanzarote. Hafen abseits der Stadt. Bin mit Taxi los, Strecke führte nicht gerade durch hübsche Gegenden. Arrecife ist überschaubar, erschloss sich mir aber nicht. Nett war der kleine Hafen, wegen Ebbe fast trocken. Habe in einem Cafe viele Karten geschrieben. Dann war die Zeit auch schon um, da das Schiff nur kurz hier blieb.

Mit Taxi wieder zurück, zum Glück hatte ich richtige Adresse des Liegeplatzes. Bei der Ausfahrt zeigte der Kapitän mir die Sommervilla von König Juan Carlos, liegt direkt am Wasser.

Nun also nach drei Tagen Landgang etwas Erholung bis Cadiz angesagt.

Cadiz - spanisches Festland

Schon wieder nachts angelegt. Morgens kamen dann die Costa Atlantica und die Marco Polo. Naja, schön anzusehen, aber nichts für mich. Zu Fuß aus dem Hafen, nur ein paar Minuten in die Altstadt. Eine wunderschöne Stadt, die mir sofort gefiel. Die Altstadt durchzogen von rechtwinklig angelegten Gassen, tausend Eindrücke. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Die Farben der Häuser auf der Seeseite sind von den Fischren so bunt und leuchtend, damit man sie von See aus besser sehen konnte. 3000 Jahre alte Stadt.

Komme an einem uralten riesigen Baum vorbei, schöne Festung in der Nähe. Stundenlang gelaufen mit richtig viel Spaß. Hier muss ich unbedingt noch mal hin. Noch zum Friseur, uralter Laden, aber ohne Glatze raus. Fast den Rückweg nicht gefunden, man kann sich in diesem Gassengewirr total verlaufen. Es gibt auch einen modernen Stadtbereich, den muss ich mir eben auf der nächsten Reise ansehen.
Mittags ging es dann Richtung Gibraltar und Cueta los. Ein toller Aufenthalt war das in Cadiz.

Ceuta und Melilla - span. Exklaven an der nordafrikanischen Küste

Mittags in Cadiz los, schon um 16 Uhr in der Straße von Gibraltar, massenhaft Schiffe in beide Richtungen. Ich musste an den Film "Das Boot" denken.
Die Skipper waren schwer am Arbeiten und ich wusste nicht, wo ich zuerst hinsehen soll. Nun sind wir also im Mittelmeer. In Ceuta dann am nächsten Morgen angelegt. Das ist wie Melilla eine spanische Exklave auf marokkanischem Boden. Vor der Reise wusste ich nicht mal, dass es die gibt. In Ceuta nicht an Land, sah nicht so einladend aus. Dafür am nächsten Tag aber in Melilla. Wie in Cadiz ganz kurzer Weg vom Schiff rein in die Stadt. Große Burganlage mit vielen Häusern drin, war sicher früher der Kern. Später dann zum Plaza Espania, von dem die Avenida Juan Carlos abgeht. Das war ein Eintauchen in frühere Kolonialzeiten. Herrlich alte Häuser mit Veranden, sahen aus wie Filmkulissen. Menschen schon afrikanisch gekleidet, lange Kutten der Frauen, Käppis bei den Männern.
Verkehr absolut chaotisch, und dennoch, ging man auf einen Zebrastreifen hielten alle freundlich an.
Auf dem Rückweg am Hafeneingang erstmals eine Kontrolle durch Polizisten. Natürlich kam ich zu spät zum Lunch, naja, war ja auch gerade in Afrika...

Cartagena - spanisches Festland

Kurz hinter Melilla ein ganzer Delphinschwarm um uns herum. Ruhige Fahrt im Mittelmeer. Mitternacht ist ETA Cartagena. Bin auf der Brücke geblieben, da die Einfahrt imposant war. Am nächsten Morgen hat der Agent mich mit in die Stadt genommen, wäre aber auch zu Fuß machbar. Cartagena sehr widersprüchlich. Ausgrabungen neben Geschäftsstraßen, neumodisches Amphitheater, gleich daneben Ausgrabungen an altem römischem Amphitheater. Etwas abseits der belebten Straßen dann fast slumartige Gebiete, alles verfallen, Müll in jeder Ecke. Man sollte also besser in den zentralen Bereichen bleiben. Geschäfte übrigens sündhaft teuer.
Bin dann noch auf eine Hügel hoch (mit einem Fahrstuhl, teuer), von dem gute Sicht war. Das Museum hier oben kann man aber getrost aus lassen. Cartagena hat auch eine über 3000jährige Geschichte. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen. Abends ging es dann weiter, noch mal nach Cadiz, dann Richtung Norden, leider.

Rückfahrt

Leider nachts Gibraltar passiert Richtung Cadiz. In Cadiz wieder mit viel Freude in der Altstadt gebummelt. Dieses Mal Wochentag, also entsprechend belebt. Gemütlich gegessen und erst 21 Uhr am Schiff. Zum Glück, denn 10min später ging es los ! Nun also der Rückweg. Prompt am nächsten Tag deutlich frischer und ordentlich Seegang. Viel mehr Schiffe zu sichten als auf der Herfahrt. Die vier Seetage nur durchwachsenes Wetter, gut, um Tagebuch und die Bilderflut auf Vordermann zu bringen.
Dover nachts passiert. Sonntag wieder großes Festmahl, Stimmung war gut am Tisch. Felixstowe nur kurz, kein Landgang. Abends wieder los und ein Sonnenuntergang gehabt, wie ich es noch nie erlebt habe (mit Musik unterlegt ansehen).
In Rotterdam kein Landgang, Wetter zu mies. Das blieb leider (oder zum Glück) bis Hamburg so. Vielleicht wäre mir der Abschied sonst noch schwerer gefallen. Es war eine tolle und erlebnisreiche Reise - mit Sicherheit nicht die Letzte.

Aktualisierung Okt. 2014: Das Schiff heisst jetzt "Las Palmas" und befährt die Route nicht mehr. Eingesetzt auf vergleichbaren Routen werden die "OPDR CADIZ" und nach wie vor die "OPDR TENERIFE", mit der ich auch gefahren bin.


Aktualisierung Juni 2015:
Inzwischen wurde OPDR von CMA/CGM übernommen, die meisten OPDR-Schiffe haben ihren Namen beibehalten. Nur die (OPDR) Las Palmas nicht. Nun habe ich das Schiff zufällig in Gdynia entdeckt, als ich kürzlich mit der CHRISTOPHER dort war. Sie bekam einen neuen Anstrich verpasst, das markante Gelb war nur noch im Bugbereich zu erkennen. Ob Passagiere weiter mitfahren können, ist mir nicht bekannt. Die Route Kanaren fährt sie jedenfalls nicht.

Die wichtigsten Daten des Schiffes:

Name

Las Palmas

Länge

125 m

Flagge

Portugiesisch

Breite

21 m

IMO

9.216.834

max. Geschwindigkeit

17 kn

Baujahr

2003

max. Tiefgang

7,3 m

Reederei

CMA/CGM

max. Kapazität

694 TEU

Werft

Fujian Mawai China

Leistung Maschine

6.300 kW

 
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