Ida Rambow 2 - Frachtschiffreisen

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Ida Rambow 2

Reiseberichte > Eigene Reisen

Schon im November hatte ich eine Fahrt mit der Vera Rambow für Ende Februar gebucht, es sollte eine Eisfahrt nach Finnland werden. Aber erstens hat der Charterer Unifeeder so seine eigenen Routenplanungen, die immer wieder Anläufe in Russland vorsahen, ich wollte aber nicht schon wieder ein Visum beantragen. Und zweitens hat der Wettergott nicht gewollt, dass noch nennenswert Eis auf diesem Teil der Ostsee war. Also habe ich kurzfristig umgebucht auf die Ida Rambow. Bereut habe ich das nicht.

Das Schiff ist 149m lang und 22m breit. Nun also auch mit diesem Schiff meine 2. Fahrt. Vorfreude war groß, weil ich wusste, dass Kapitän Göhlich im Dienst ist, an den ich beste Erinnerungen habe.

Die weiteren Daten zum Schiff und auch etliche Innenaufnahmen sind im Reisebericht zur ersten Fahrt mit der Ida Rambow enthalten.

Gebucht beim Vermittler Int. Frachtschiffreisen Pfeiffer.

Von Hamburg ging es durch den Kielkanal gleich bis Kotka in Finnland (ca. 800 sm). Von dort das kurze Stück nach Vuosaari, dem Hafen von Helsinki. Dann ca. 340 sm nach Klaipeda in Litauen.

Zurück durch den Kielkanal nach Bremerhaven und schließlich wieder Hamburg. Insgesamt eine Strecke von gut 1.800 sm. Nur vor Kotka noch einige lose Eisschollen, die ersehnte Eisfahrt muss also um ein Jahr verschoben werden.

Start in Hamburg

Montag früh hieß es noch, Zustieg bis 15 Uhr am Burchardkai. Als ich unterwegs war rief Kapitän an, nicht vor 18 Uhr. Bin dann zu den Landungsbrücken und konnte noch eine Hafenrundfahrt machen. Das Schiff konnte ich auf Parkposition sehen.  Wieder rief der Kapitän an, es wird 19 Uhr, aber Eurogate. Dort dann das Auto am nahen Seemannsclub abgestellt und im Gate meinen Mitpassagier Herrn Gohlke getroffen.
Schließlich brachte uns das Shuttle gegen 20 Uhr zum Schiff. Sehr herzliche Begrüßung mit Kapitän Göhlisch. Später noch in die Messe und ein paar Brote gegessen. Start soll in der Nacht sein.

Es war genug Zeit für eine schöne Hafenrundfahrt bei fast frühlingshaftem Wetter. Ich konnte auch die Ida Rambow sehen, die immer noch auf Warteposition war. Auch die Henneke Rambow lag im Hafen, mit der ich meine letzte Fahrt gemacht hatte. Kaum zu verstehen, am Eurogate war richtig viel Platz, wird wohl irgendwelche Gründe haben, dass die Ida erst abends dorthin verholt.

Kielkanal und Fahrt bis Kotka/Finnland


Nachts um 4 Uhr ging es los, um 7 Uhr waren wir schon vor Brunsbüttel. Aber wir mussten warten, die Nordschleuse ist noch in Reparatur. Die Henneke Rambow fuhr vorbei Richtung Bremerhaven, Kapitän Drewes ließ mich grüßen.

Um 10 Uhr hatten wir endlich die Schleuse passiert. Kanalfahrt bei strahlend blauem Himmel, so kann es losgehen. Am Anleger Burg wartete schon Herr Bücker, der sicher sehr gerne auch mitgefahren wäre. So blieb es beim Winken.
Anfangs stiegen 5 Lotsen und Steuerer an Bord, Hochbetrieb auf der Brücke. Wir kamen ganz glatt durch den NOK und sind dann bei immer noch blauem Himmel in die Ostsee eingefahren. Abends schon Höhe Fehmarn.

Nun ging es 700 sm über die Ostsee nach Kotka, der Himmel blieb blau, nur draußen war es dann doch zu frisch. Wir fuhren nur noch 14 kn, weil der Lotse vor Kotka für den nächsten Morgen um 10 Uhr 30 bestellt war. Öland und Gotland war gut zu erkennen.

Vor Kotka noch ein paar Eisreste. Der Kapitän zeigte mir Fotos von einer richtigen Eisfahrt - beeindruckend, also muss ich das nächsten Winter erneut probieren. Tatsächlich pünktlich beim Lotsen, der hat uns im Übrigen später mit in die Stadt genommen.

Der erste Teil des Films umfasst die Fahrt von Hamburg durch den Kiel-Kanal bis nach Kotka. Wie immer auf meinem youtube-Kanal eingestellt.

Wegen der frischen Außentemperaturen sind fast alle Aufnahmen von der Brücke aus gemacht, leider gab es da manchmal Spiegelungen, die aber nicht sehr störend sind.

Kotka, Vuosaari und Klaipeda

Zum Landgang in Kotka brachte uns der Lotse mitten ins Zentrum. Von dort sind es nur 15 Gehminuten zum Maritimzentrum Vellamo. Das ist ein neues Musum am alten Hafen, Schon äußerlich spektakulär. Innen sehr lohnenswert mit verschiedenen Ausstellungsbereichen. Sehr umfangreich alles rund um die Schifffahrt mit vielen sehr schönen Exponaten. Ein Rundgang ist zu empfehlen, zur Zeit werden 8 Euro Eintrittsgeld verlangt.

Zurück mit dem Taxi direkt zum Schiff, das kostet 20 Euro.

Am nächsten Morgen um 7 Uhr schon in Vuosaari (Nähe Helsinki). Es war kalt und wehte ein kräftiger Wind, also beschlossen, keinen Landgang zu machen. Obwohl diese unsägliche Shuttlegebühr von 20€/Fahrt inzwischen entfallen ist.

Meist auf der Brücke das Treiben betrachtet, und vor allem viel gelesen. Das ist zwischendurch richtig erholsam. Ich ahnte nicht, dass das im wahrsten Sinne die Ruhe vor dem Sturm war.

Abends haben wir in Vuosaari abgelegt. Und in der Nacht gab es einen völligen Wetterumschwung. Zwar bloß Windstärke 7, aber sehr starke Dünung, erst von Vorne, dann seitlich. Davon habe ich nur Videoaufnahmen gemacht, die dann im Teil 2 zu sehen sind.
Der Hafen von Klaipeda wurde geschlossen. Ankern durften wir auch nicht. So blieb dem Kapitän nur, in Hafennähe zu kreuzen. Erst am nächsten Morgen kam dann endlich ein Lotse, das Wetter hatte aufgeklart.

Da unklar war, wie lange wir in Klaipeda bleiben, erneut kein Landgang. Etwas Erholung war ohnehin angesagt nach den turbulenten Stunden.

Umso mehr habe ich später die lange Hafenausfahrt durch das Kurische Haff genossen. Der Hafen ist voll von unterschiedlichsten Schiffen, viele Reparaturbetriebe und Docks, auch Marine ist zu sehen, aber auch viel Schrott.

Die Rückfahrt


Sonntag haben wir gegen 18 Uhr in Klaipeda abgelegt. Nun also die gut 400 sm zurück, zunächst nach Kiel-Holtenau. Das Wetter nur noch durchwachsen.

Ein entspannter Tag auf See. Nur das Essen, eine Katastrophe. Da macht der Koch mittags eine tolle Leckerei, dass ich mir einen Nachschlag geholt habe. Und abends noch was super Leckeres. Ich habe mich heute leider überfressen und daher so gut wie keine Bilder und Videos gemacht.

Gegen 19 Uhr schon in der Kieler Förde, dann aber Schleichfahrt. Erst um Mitternacht ließen die uns endlich in die Schleuse.

Als ich aufstand immer noch im Kanal, jetzt bei diesigem Wetter. Vor der Schleuse Brunsbüttel mussten wir lange warten, so kamen wir erst um 10 Uhr 30 durch. Die Vorbeifahrt Cuxhaven trotz mäßiger Sicht für mich natürlich sehr schön.

Richtung Bremerhaven dann immer schlechteres Wetter. An der Stromkaje machten wir übrigens fast direkt vor der Stelle fest, wo kürzlich ein Schiff eine Containerbrücke gerammt hatte. Der Platz ist noch abgesperrt, die defekte Brücke nach hinten transportiert.

Das Ablegen in Bremerhaven habe ich nicht mit bekommen. Dafür aber morgens die erneute Vorbeifahrt Cuxhaven. Kammer schon geräumt, da die nächsten Passagiere in Hamburg schon da sind. Langsame Revierfahrt auf der Elbe, da gibt es immer viel zu gucken.

Schließlich um 14 Uhr am Eurogate fest gemacht, das kommt selten vor, dass Zu- und Ausstiegsterminal gleich ist. Nach herzlicher Verabschiedung mit dem Shuttle los. Und die freundliche Fahrerin brachte mich sogar bis zum Parkplatz vor dem Seemansclub - toller Service.

Der zweite Teil des Films beginnt ruhig mit einem Abstecher ins Maritimzentrum Vellamo in Kotka. Dann kurz nach Vuosaari. Alles bei blauem Himmel. Auf der Fahrt nach Klaipeda dann völliger Wetterumschwung und wir gerieten in kräftige Dünung. Das Schiff wurde ordentlich durchgerüttelt - in alle Richtungen. In meiner Kammer lag alles vom Schreibtisch unten.

Schließlich nach dieser "Abwechslung" die Rückfahrt über Kielkanal, Bremerhaven nach Hamburg.

Eine schöne Fahrt ist zu Ende, allerlei Abwechslung wurde geboten - Klaipeda unangekündigt als zusätzlicher Hafen. Für immer gute Stimmung hat Kapitän Göhlisch gesorgt. Hoffentlich klappt es mit einer weiteren Mitfahrt, bevor er in den verdienten Ruhestand geht.

 
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