Kristin Schepers B - Frachtschiffreisen

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Kristin Schepers B

Reiseberichte > Reisen Dritter

Am 04.06.14 begann die Reise mit der „Kristin Schepers“ ab Rotterdam Beatrixhaven / Stadthafen. Gebucht war Oslo, Fredrikstad, Larvik. Das Wetter eher feucht als durchwachsen. Vor dem Gate gute Parkmöglichkeit, vom Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes zum Schiff gefahren worden. Aber zwischen Bordwand und Containern ein langer, durchgehender Zaun. Wie kommt man jetzt an Bord? Da war selbst der freundliche Fahrer vom Sicherheitsdienst erst einmal etwas überfragt. Aber wenn man will findet man auch eine Lösung, man musste direkt über die schmale Kaimauer.

Das Schiff  machte auf Anhieb einen soliden, sauberen Eindruck. Da niemand in der Nähe der Gangway zu sehen war, ließ ich das Gepäck zunächst auf dem Poopdeck stehen und erklomm die Außentreppe der Aufbauten. Die erste Person, die ich zu sehen bekam, war ein etwas verwunderter Kapitän. Er zeigte mir meine Kammer. Meine Bemerkung zu der Größe der Kammer (über 45qm) quittierte er mit dem Kommentar: „Ja, das ist kein Sietas-Bau“. Später erfuhr ich, die Kristin war in Rumänien gebaut worden. Kapitän D. erwies sich während der Reise als sehr freundlicher, hilfsbereiter Mann. Er war Geldwechsler, Tippgeber, Organisator von Landausflügen.

Wir legten gegen 17,00 h (mit der für den Stadthafen obligaten Verspätung) ab, fuhren die Nieuwe Maas hinab, passierten das Maas-Stauwerk, die riesigen Tanklager und logischerweise  auch die vielen kleineren und größeren Schiffe im Gegenverkehr. Das Delta wurde weit und weiter, und mit zunehmender Entfernung von Land klarte auch das Wetter auf. An der Nordspitze Dänemarks vorbei fuhren wir in den Skagerrak und die erste Reiseplanänderung – diese vorzunehmen ist der Charterer Unifeeder wirklich Spitzenklasse - wirkte sich aus. Wir nahmen Kurs auf Kristiansand in Norwegen.

Kristiansand

Gegen 15,45 h am 05.06.14 machten wir dort fest. Eine Überraschung für mich war der „Festmacher“. Ein Mann, ca. Mitte 70, in grüner Uniform. Wie ich später erfuhr war er stellvertretender Hafenkapitän.

Nach einem Besuch der Fischhallen, zusammen mit dem Kapitän, dem Ersten, dem Smutje und einem weiteren Crewmitglied, trennte ich mich von der Gruppe und sah mir den Ort an. Von der Größe her übersichtlich ist die Altstadt. Gemütlich anmutende Backsteinfassaden, aber auch alte Holzhäuser säumen die Straßen. Sehenswert die Domkirche aus dem Jahr 1884 und das schräg gegenüberliegende Rathaus, die Reste historischen Befestigungsanlage am Hafen. Und alles bei Sonnenschein. Wenn ich da an das Wetter in Rotterdam denke. Besser nicht.

Oslo

Am Abend ging es dann weiter noch Oslo. Während wir in die Dämmerung hineinfuhren wurden wir, der Erste und ich, vom Kapitän mit geräuchertem Walfleisch versorgt. Ein Produkt, dessen Geschmack man nicht beschreiben kann. Im Oslofjord passierten wir die alte Festung Oscarsborg, eine Verteidigungsanlage in der Mitte des Fjordes, die am 09.04.1940 dem Kreuzer Bismarck zum Verhängnis wurde. Damit ich die Stelle auch ansehen konnte weckte mich Kapitän D. morgens um 4:00 h.

Ankunft in Oslo am 06.06.14 gegen 8,00 h. Wieder an der gleichen Stelle wie schon 2012 die Bianca Rambow machten wir fest. Gegen 11:00 h wurde ich dann abgeholt und in die Innenstadt – zum Bahnhof – gebracht. Von dort aus ging ich zunächst einmal zur Oper, diesem ungewöhnlichen weißen Gebäude, das sich aus den Fluten des Hafens erhebt. Ein Gebäude, bei dem man –  innen und außen – nach horizontalen bzw. vertikalen Linien suchen muss. Imposant gestaltet. Aber auch der Blick über die Stadt zur Holmenkol Sprungschanze lohnt sich.

Es schloss sich ein Ausflug auf die Museumsinsel an. Drei kleine Museumsgebäude mit jeweils in sich geschlossenen Themen, wie z. B. Kon-Tiki von Thor Heyerdahl oder auch zu den Wikingern, gibt es.
Weiter ging es durch das Rathaus mit seinen beeindruckenden Wandmalereien und dem (nicht mehr in der ursprünglichen Form genutzten) Sitzungsraum des Stadtparlamentes. Den Abschluss bildete dann ein Spaziergang entlang der Hauptgeschäftsstraße die vom Bahnhof zum königlichen Schloss führt. Mit Geschäften, kleinen und großen Hotels, spezialisierter und auch Kettengastronomie, den Grünanlagen in einigen Teilbereichen ein Tummelplatz für Kinder, Erholungssuchende und Straßenkünstler. Hier lohnt sich auch eine Rast, um dem munteren Treiben zuzusehen.
Um 20:00 h wurde ich dann wieder, wie am Vormittag vereinbart, am Bahnhof abgeholt. Und wenn nun jemand denkt daß mir die Füße weh getan hätten, dann muss ich zugestehen, ja. Ein Wunder nach neun Stunden fast ununterbrochenem laufen. Und wieder den ganzen Tag über kein Tropfen Regen.

Fredrikstad

Am 07.06.14 hieß es in den Morgenstunden Leinen los. Das nächste Ziel war Fredrikstad. Hier war ich daran interessiert, mir die Altstadt genauer anzusehen, den neueren Teil kannte ich ja schon. Es konnte losgehen. Den Oslofjord hinab, dann nach Backbord abbiegen und nach weiteren 15 Minuten Fahrzeit Aufnahme des Lotsen für dieses enge Gewässer, den Glomm, der sich hier in den Oslofjord ergießt. Es ist eine wahre Slalomfahrt, den engen Fjord hinauf. Und von weitem war sie schon zu sehen, die Fredrikstad Domkirke, die einzige Kirche, die im Turm einen Scheinwerfer hat, und somit auch als Seezeichen dient.

Ca. 11:20 h hatten wir festgemacht und der Lotse war so freundlich, mich den Großteil des Weges zur Stadt in seinem PKW mitzunehmen. Irgendetwas wurde gefeiert. In der Zeit, als ich über den Deich am Fluss entlanglief waren 21 Salutschüsse zu hören, Männer in Uniform, dem Alter nach Reservisten, hielten sich in einem Teil der historischen Gebäude auf. Allerdings habe ich die Stadt schon nach gut 2 Stunden verlassen. Zwar hätte ich noch reichlich Zeit gehabt, aber ich kannte ja den Rückweg. Und die Sonne brannte, so dass ich auf dem Rückweg froh war über jedes bisschen Schatten, das ich erreichte.

Am Spätnachmittag machten wir wieder Leinen los und drehten ab in Richtung Rotterdam. Und je näher wir wieder an unseren Zielhafen kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Im Beatrixhaven machten wir dann um 2:00 h fest. Da niemand sagen konnte wie lange die Liegezeit dort war, bevor es in den Seehafen ging, machte ich mich mit dem Lotsen von dannen. Er setzte mich dann an meinem Auto ab. Ich machte noch meine Runde zum Immigrationsbüro, um mich den niederländischen Bestimmungen entsprechend im Hafen zurückzumelden, zur Tankstelle und dann ab auf die Autobahn. Und so bin ich dann noch rechtzeitig vor dem großen Sturm zuhause angekommen.

Name

Kristin Schepers

Länge

141 m

Flagge

Zypern

Breite

22 m

IMO

9.404.089

max. Geschwindigkeit

19 kn

Baujahr

2008

max. Tiefgang

7,3 m

Reederei

HS Schifffahrt

max. Kapazität

812 TEU

Werft

Galatz/Rumänien

Leistung Maschine

8.510 kW

 
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