Ida Rambow 3 - Frachtschiffreisen

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Ida Rambow 3

Reiseberichte > Eigene Reisen

Wieder eine Premiere für mich: zum dritten Mal auf dem gleichen Schiff. Die Erklärung ist einfach, erstens mag ich die Rambow-Schiffe, komfortabel, gepflegt und immer mindestens Kapitän und Chief Deutsche. Vor allem wollte ich aber mit Kapitän Göhlich (auf dem Bild unten mit den Hosenträgern) erneut fahren, der nun bald in den Ruhestand gehen wird. Mit ihm sind solche Fahrten immer sehr vergnüglich.

Das Schiff hat zwei Doppelkammern auf dem D-Deck, gemütlich eingerichtet, sehr viel Stauraum. Mit kleinem Fernseher, der aber meist nur im Hafen geht. Radio ist dabei, hier kann man auch CDs einlegen. Sicht nach Vorne meist gegeben, wenn nicht gerade sehr viel Ladung an Bord ist.

Meistens sind 1-2 Azubis dabei, mit denen sitzt man in der Offiziersmesse auch an einem Tisch.

Von Hamburg fuhren wir durch den NOK nach Aarhus in Dänemark (226sm). Weiter nach Gävle in Schweden (657sm) und Rauma in Finnland (117sm).

Dann zurück wieder durch den NOK über Bremerhaven (783sm)  nach Hamburg (121sm).

Insgesamt in 11 Tagen eine Strecke von gut 1.900sm.

Gebucht beim Vermittler Int. Frachtschiffreisen Pfeiffer.

Start in Hamburg

Samstag rief Göhlich schon vormittags an, ich könne gleich kommen, dann wäre auch noch was vom samstäglichen Eintopf übrig. Ich habe mich also von Cuxhaven auf den Weg gemacht. Zunächst den Wagen am Seemansclub Duckdalben abgestellt, dann mit Shuttle vom Eurogate zum Schiff, wo mir ein freundlicher Azubi das Gepäck trug. Ich bin gleich in die Messe und konnte tatsächlich den leckeren Eintopf noch genießen.
Später sehr herzliche Begrüßung von Göhlich. Kurz darauf erste Begegnung mit dem Passagierkollegen Fröhlich - Nomen est Omen?

Das Wetter war allerbestens, ein schöner Spätsommertag. Nachmittags verholten wir zum Tollerort, das ist wie eine kleine Hafenrundfahrt. Es passierte aber zunächts nichts. Erst gegen 19 Uhr kam ein Bunkerschiff und begannen auch Ladetätigkeiten.

Später dann zum Burchardkai an die Elbeseite. Nachts dann doch laute Ladetätigkeit.

Und um 5 Uhr legten wir dann endgültig ab.

Nord-Ostsee-Kanal bis Aarhus in Dänemark

Kurz nach dem Frühstück um 8 Uhr waren wir schon vor der Schleuse Brunsbüttel. Seit etwa 2 Monaten ist auch die Nordschleuse, in die wir einfuhren, wieder in Betrieb.

Die ganze Fahrt im Kanal hatten wir gutes Wetter. Das Schiff fuhr in der Verkehrsgruppe 5, trotzdem mussten wir in der Weiche Dückerswisch fast 1 Stunde warten. Auf der Brücke beste Stimmung mit den Steuerern und dem Lotsen. Der Verkehr im Kanal wurde kommentiert und allerlei Anekdoten zum Besten gegeben.

Da es Sonntag war, gab es zusätzlich zum leckeren Essen die übliche Portion Eis. Schon gegen 17 Uhr waren wir in Kiel-Holtenau.

Gegen Abend hat es sich zusehends bezogen. Als wir nachts die Großer-Belt-Brücke passierten, hat es geregnet.

Um 5 Uhr morgens in Aarhus angelegt, hier sollen 258 Container entladen werden. Es war sehr frisch draußen, daher kein Landgang. Es wurde auch so einiges geboten. So legte die MAGLEBY MAERSK direkt vor uns an, knapp 400m lang und 60m breit. Das Schiff war aber nur zur Hälfte beladen.

Um 15 Uhr schon abgelegt, das Schiff ziemlich leer geräumt.

Gävle (Schweden) und Rauma (Finnland)

Ab Aarhus wegen der geringen Ladung erstmal etwas stärkeres Stampfen. Einem der Azubis war beim Abendessen schlecht, aber zumindest bei Tisch hat er alles bei sich behalten. Gegen 20 Uhr fuhren wir bei Helsingborg (da war ich gerade vor drei Wochen) in den Öresund. Kein Seegang mehr.

Am nächsten Morgen Höhe Karlskrona. Es ist sonnig, aber sehr windig, draußen ist von der Gischt alles nass, da konnte ich wenig Bilder machen. Auf der Brücke ist es manchmal saukalt, die drehen da die Klimaanlage auf höchstens 15 Grad. Göhlich kam dann auch noch auf die Brücke und hat die Temperatur hochgedreht. Er zeigte mir später viele Fotos von seinen Überführungsfahrten ab China, hochinteressant. In der Zeit stand der junge Azubi in der offenenen Tür - in Schalke-Utensilien - und hörte per Radio Bundesliga.

Morgens schon Höhe der finnischen Alandinseln. Das Wetter richtig gut, ich konnte sogar schön draußen sitzen. Das muss deutlich gesagt werden, der Cookie ist Spitze, war auch mal auf einem Kreuzfahrer. Gestern Kohlroulade, heute Hühnerfrikassee, da lange ich ordentlich zu.
Gegen 15 Uhr auf Reede (das Ankern ist gut im Video zu sehen). Später noch umfangreiches Sicherheitstraining mit Anlegen des Kälteschutzanzugs und Einsteigen ins Freifallrettungsboot. Erst in der Nacht in den Hafen von Gävle.

Das Einlaufen habe ich verschlafen. Und leider draußen nass und kalt, daher stand schon beim Frühstück fest, wir machen keinen Landgang.
Spannend war, dass hier völlig anders gearbeitet wird. Keine Vancarrier (die die Container zur Containerbrücke bringen). Das machen alles die Containerbrücken, die daher auch sehr oft hin und her fahren. Die Container stehen daher auch dicht am Kai.

Um 14 Uhr abgelegt, stellenweise sehr schmales Fahrwasser. Nun fast windstill und Sonne, ich konnte wieder viel raus. Abends Barometer abgestürzt und voraus dunkle Wolken (hinter uns schöner Sonnenuntergang). Bis Rauma auf der Brücke geblieben, das war so 23 Uhr.

Dicker Nebel den ganzen Vormittag, also wieder kein Landgang. Nun gut, wenigstens war ich schon mal in Rauma. Heute wurde endlich das ganze Schiff geputzt, von der vielen Gischt war überall eine Salzschicht.

Und dann laden die doch tatsächlich ordentlich drauf, so dass ich nun keine Sicht mehr nach Vorne habe. Abends setzte starker Regen ein. Nach dem Abendessen haben wir noch eine (schnelle) Maschinenführung gehabt.

Rückfahrt über NOK, Bremerhaven nach Hamburg

Um 6 Uhr haben wir in Rauma abgelegt. Windstärke 7, aber sonnig. Fast den ganzen Vormittag auf der Brücke und mit einem Russen und Ukrainer unterhalten, das ging gut, wir haben aber die kritischen Themen auch außen vor gelassen.
Samstag ist es, Eintopfzeit. Absolut lecker. Ich sollte mir Schiffe mit schlechteren Köchen aussuchen :-).

Nachmittags Sicherheitsübung an der Ruderanlage. Der Kapitän gibt über Sprechfunk von der Brücke einen neuen Kurs vor, das müssen die Jungs dann unten im Maschinenraum von Hand erledigen. Ging teilweise gründlich daneben, einmal 30 Grad Abweichung.

Zeitweise funktionierte abends TV über Satellit, aber bald wieder ausgeschaltet, irgendwie gehört das für mich nicht zu einer Frachtschiffreise.

Morgens schon Höhe Karlskrona. Wir sind mit 16kn unterwegs. Ganz was Besonderes: das erste Mal nichts mit Eiern zum Frühstück, es gab leckere Pfannkuchen. Fast die ganze Zeit auf der Brücke. Es macht einfach Spaß, wie Göhlich mit seinen Leuten umgeht, da ist immer ein freundlicher Ton und es wird viel gelacht. Und gerne höre ich mir seine Erzählungen aus seinem langen Seefahrerleben an.
Das Abendessen für mich ein Tiefpunkt: es gab Burger. Gegen 23 Uhr dann schon vor der Schleuse Kiel.
Da ich heute keine Fotos gemacht habe, hier ein paar Schiffsdetails von früheren Fahrten.

Die Nacht im NOK, morgens um 8 Uhr schon vor Brunsbüttel. Nebel auf der Elbe, das blieb bis Bremerhaven, wo wir um 14 Uhr anlegten. An der Stromkaje lag auch die Bianca Rambow, mit der ich schon 2x unterwegs war.
Mir fällt in Bremerhaven immer auf, dass die Ladetätigkeiten des öfteren das Schiff in ordentliche Schieflage bringen, mir scheint, hier stimmen sich die Stauer zu wenig ab.
Abends Liegeplatztausch mit Bianca Rambow. Das Manöver haben beide Kapitäne vorher abgesprochen.

Das Ablegen um 6 Uhr habe ich nicht mitbekommen. Wetter angemessen für den letzten Tag: Regen und stellenweise dichter Nebel. Erst kurz vor Hamburg Sonne. Schon um 14 Uhr am Burchardkai angelegt. Das war dann die letzte Fahrt dieses Jahr. Trotz nicht immer brauchbaren Wetters eine schöne Tour. Besonders das Klima an Bord überaus angenehm, sicher trägt hier Kapitän Göhlich einen entscheidenden Anteil dazu bei. Nach herzlicher Verabschiedung ging es dann mit dem Shuttle zum Parkplatz beim Seemannsclub Duckdalben.

Eine letzte Anekdote: Mit dem Fahrer des Shuttles kam ich schnell ins Gespräch. Und es stellte sich heraus, dass er seine einzige Fahrt mit der OPDR Las Palmas gemacht hat, mit der ich 2004 unterwegs war. Vor allem konnte er sich an den Kapitän erinnern, und wir haben herzlich gelacht, als wir so manches Erlebnis mit diesem Kapitän ausgetauscht haben.



Zu der Reise gibt es noch den Film, der enthält die meisten Fotos von dieser Seite, vor allem aber viele Videos, die hier nicht zu sehen sind.


Einige Schiffsdetails:

Name

Ida Rambow

Länge

149 m

Flagge

Deutsch

Breite

22 m

IMO

9.354.478

max. Geschwindigkeit

18,5 kn

Baujahr

2007

max. Tiefgang

8,7 m

Reederei

Rambow

max. Kapazität

1.008 TEU

Werft

Sietas Hamburg

Leistung Maschine

7.900 kW

 
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